Afrikanischer Tanz:

Der traditionelle afrikanische Tanz:

Afrikanischer Tanz, der auch heute noch in den Dörfern und auch in den größeren Städten zu sehen ist, beteiligt alle: Meistens beginnt eine Gruppe von Frauen mit einem Lied, in das die Trommler dann mit ihren Rhythmen einstimmen. Afrikanischer Tanz ist nicht nur eine freie Improvisation, wie man es auf den ersten Blick meinen könnte. Tänzer und Trommler bewegen sich auf teils festgelegten musikalischen Pfaden, haben aber auch den künstlerischen Raum, um im wechselseitigen Kontakt zu improvisieren. Afrikanischer Tanz wird durch Regeln bestimmt, die von Mythologie und Religion festgelegt werden. Tanz, Gesang und Trommeln bilden eine Einheit. In Europa dagegen wird eine Musikaufführung konzertant erlebt. Die Künstler musizieren, das Publikum hört zu.

Die meisten Tänze sind zweckgebunden und werden nur zu bestimmten Anlässen und Zeiten aufgeführt, wie z.B. vor der Aussaat oder nach der Ernte. Darüber hinaus begleiten die Tänze die wichtigsten Stationen im Leben der Menschen (Geburt, Initiation, Trauer, Tod) und öffnen den Weg, um mit Göttern und Geistern in Verbindung zu treten. Tanz ist somit auch eine tief religiöse Ausdrucksform.

Afrikanischer Tanz ist voller Lebensfreude, er fördert das Körpergefühl und gibt uns eine Beweglichkeit, die in unserem Alltag verloren gegangen ist. Ein wesentliches Merkmal des afrikanischen Tanzes ist der Einsatz von Wirbelsäule, Becken und Schultern als eigenständige Bewegungszentren.

Afrikanischer Tanz und Musik in Guinea:

Doundounba:

Afrikanischer Tanz und Trommeln hat in Guinea / Westafrika noch einen wichtigen Stellenwert im dörflichen Leben der Stammesgemeinschaften. In Zeremonien wird die kulturelle Identität durch Tanz und Musik ausgedrückt und an die nächste Generation weitergegeben. Selbst in den Grosstädten, in denen sich ein Wandel von der Tradition zum modernen Leben vollzieht, bleiben die musikalischen Wurzeln Guineas ein fester Bestandteil im urbanen Alltag. Zu hören bei den 'Doundounbas', den Strassenfesten, wo Tänzer und Trommler die umstehende Menge in ihren Bann ziehen.

Familie der Dunun-Rhythmen:

Der Ur-Rhythmus der starken Männer ist der 'Dunun Gbe’ (Dunungbé), daraus entstanden ca. 30 weitere, die zu dieser Rhythmus-Familie gehören! Der Afrikanischer Tanz, der zu den Dunun-Rhythmen getanzt wird, heißt 'le dance des hommes forts’, also ’Tanz der starken Männer’.

Bada
mit diesem Rhythmus/Tanz wird der Dununba eröffnet

Balan Sondé

Doundounbe/Dunun Gbe (Dunungbé)

Taama
mit diesem Rhythmus/Tanz wird der Dundunba beendet

Doundounbe ist ein populärer Afrikanischer Tanz und Rhythmus in den Regionen Siguiri, Kankan und Kouroussa in Guinea. Ursprünglich kommt er aus Hamana, der Präfektur der Region Kouroussa. Traditionell wurde Doundounbe gespielt, um Streitfragen zwischen Männern des Dorfes auszutragen und zu lösen. Die zwei in Konflikt stehenden Männer tanzten Doundounbe im Bara (Dorfzentrum), umgeben von den Dorfbewohnern. Der Baranti, der Meister des Bara, sorgte für eine faire Austragung und für die Sicherheit der Kämpfer und Dorfbewohner während der vom frühen Morgen bis am Abend dauernden Austragung.

Dounounbe “Der Tanz der starken Männer” war ursprünglich ausschließlich den Männern vorbehalten. Heute sieht man, von einigen traditionellen Anlässen abgesehen, immer wieder auch Frauen Dounounba tanzen.
Eine Besonderheit dieses Tanzes ist sicherlich die über Jahrhunderte gewachsene Choregrafie. Dabei wird in einer oder mehreren Gruppen getanzt. Dies kommt auf der einen Seite denen entgegen die sich nicht so gern als Solotänzer exponieren und lässt auf der anderen Seite doch Raum für diejenigen die genau dies wollen.

Soko:

Soko ist ein traditioneller Afrikanischer Tanz der Komanko in der Faranah Region in Oberguinea. Soko wird in den Monaten vor der Beschneidung der Jungen getanzt. Den Jungen, die beschnitten wurden, wurden traditionell auch die Köpfe rasiert. Wurde Soko ursprünglich nur bei der männlichen Inititation gespielt ist er nun in ganz Guinea auch bei Hochzeiten und anderen Festen populär.

Kassa:

Hinter dem Namen 'Kassa' verbirgt sich eine große Afrikanischer Tanz und Rhythmus-Familie des Malinke-Volkes.
Die Kassa-Rhythmen werden zur Unterstützung bei der Feldarbeit in Guinea gespielt. Es sind 4/4 Rhythmen.
Direkt übersetzt bedeutet der Name 'Kassa' 'Kornspeicher'.
Hintergrund ist, dass die Großbauern in Guinea zur Bestellung ihrer Felder und Äcker junge und kräftige Männer aus den umliegenden Dörfern anwerben. Sie lassen sie oft bei freier Kost und Logis in eigens eingerichteten Arbeitskamps wohnen, da das zu bestellende Land oft weit entfernt von den Dörfern liegt. Nicht selten bleiben die Arbeiter eine ganze Woche in den einfachen Hütten draußen im Busch. Um die Feldarbeit zu erleichtern, werden Trommler angeworben, die die Arbeit von morgens bis abends mit ihrer Musik begleiten. Sie spielen dazu die traditionellen Kassa-Rhythmen der Bauern und Feldarbeiter. Junge Mädchen begleiten oft das Trommelspiel mit ihrem Gesang. Durch die rhythmisch angefachte Begeisterung singen die Arbeiter im Chor manchmal sehr laut und wenn ihre Kräfte nachlassen manchmal sehr leise. Die Musik hilft allen die Müdigkeit zu vertreiben, über die Strapazen der Arbeit und über die quälende Hitze hinweg zu kommen.
Ein weiterer Brauch, der mit dieser Feldarbeit verbunden ist, dass das schönste Mädchen des Dorfes ihr Kopftuch am Ende des Feldes an einen Ast hängt. Der Mann, welcher am schnellsten arbeitet und damit als erster das Tuch erreicht, darf die Nacht mit ihr verbringen. Dieses nächtliche Beisammensein setzt keinen sexuellen Charakter voraus und sollte das Mädchen schwanger werden so würde der Mann öffentlich bestraft. Am Ende der Saison wird zum Erntedank schließlich ein großes Fest namens 'Kassalodon' veranstaltet, bei dem Trommeln, Tanz und Gesang im Mittelpunkt stehen und die Männer und Frauen oft die ganze Nacht durchfeiern.
Übrigens heißt die Endung 'don', die Euch bestimmt schon oft als Endung von Rhythmusnamen aufgefallen ist, übersetzt 'Tanz'. 'Kassalodon' ist also das 'Kassa Tanzfest.'

Die bekanntesten Kassa Rhythmen/Tänze tragen die Namen:

Kassa

Kassa Sorro

Kassa Sodala

Kassa Donaso

Dibon ist ein Afrikanischer Tanz / Rhythmus der Malinke aus Oberguinea, der gespielt wird, um die Bauern nach einem langen Tag der Arbeit auf den Feldern zurück ins Dorf zu begleiten.
Dieser Rhythmus ist von den Rufen einer besonderen Vogelart nachempfunden, die diese nutzt um sich morgens nach der Nachtruhe wieder zusammenzufinden.

Kondonabendunun

Zur Feldarbeit und zur Erntezeit werden auch die 12/8 Rhythmen Kende, Konkoba1, Konkoba2, sowie Namani und der 4/4 Rhythmus Senefoli gespielt. Es ist anzunehmen, dass es noch mehr Kassa- und Feldarbeit-Rhythmen gibt!

Sofa:

Afrikanischer Tanz / Rhythmus in den Regionen von Macenta und Balandougou, wird zu Festlichkeiten wie Taufe, Beschneidung oder Hochzeiten gespielt. Sofa ist eigentlich ein Malinkeword für Jäger und der Tanz ist ein Tribut an sie. Einige der Bewegungen des Tanzes sind symbolische Gesten dieser wichtigen Mitglieder der Mande Kultur.

Wali:

Populärer Afrikanischer Tanz / Rhythmus der Wali in Guinea. Sie unterteilen sich in Kuku und Triba.

Kuku:

Afrikanischer Tanz / Rhythmus der Tomamania in der Waldregion Guineas. Er wird bei einem Fest getanzt, dass veranstaltet wird, um den jungen Männern und Frauen Gelegenheit zu geben sich kennenzulernen. Dieses Fest findet nur in einer Vollmondnacht statt.

Triba:

Afrikanischer Tanz / Rhythmus der Landoujma, der zur der Reisernte getanzt wird.

Mendiani:

Traditioneller Afrikanischer Tanz / Rhythmus der Komanko aus der Faranah Region Oberguineas, ursprünglich bei der Initiation der Mädchen getanzt, jetzt aber in ganz Guinea populär bei Hochzeiten und anderen Festen.

Sinte:

Afrikanischer Tanz / Rhythmus der Susu von Niederguinea, wird das ganze Jahr zu verschiedenden Dorffesten getanzt.

Mamaya:

Afrikanischer Tanz / Rhythmus, wird einmal im Jahr in Kankan aufgeführt. Er wird von den Frauen der "High Society" dort organisiert.

Soli:

Afrikanischer Tanz / Rhythmus der Malike, traditionell aufgeführt bei Initiation der Jungen.

Kakilambe:

Afrikanischer Tanz / Rhythmus aus West - Guinea vom Stamm der Baga aus der Region Boké. Kakilambe ist der große Geist des Waldes und der Herr des Wassers, des Regens, des Windes und des Feuers. Er wird durch die Trommeln und das Tanzen herbeigerufen und erscheint als große Maskenstatue, die aus dem Wald in das Dorf getragen oder durch einen Maskentänzer verkörpert wird. Kakilambe tritt als ein Orakel auf und wird von den Medizinmännern zu zukünftigen und gegenwärtigen Ereignissen wie z. B. Trockenheit oder Regen, Ernten, Konflikten oder gar Kriegen befragt und ob alles gut ausgehen wird..

Moribayassa:

Afrikanischer Tanz / Rhythmus aus dem Nordosten Guineas, der von Frauen getanzt wird, wenn ihnen ein Herzenswunsch in Erfüllung gegangen ist. Dem voran steht das Gelübde, als letzte Rettung vor einem bestehenden Problem, den Moribayassa zu tanzen, wenn sich z. B. der langersehnte Kinderwunsch einstellt, eine schwere Krankheit besiegt wurde oder sie von ihrem heimlich geliebten Wunschmann erhört wurden. Zu diesem Tanz kleidet sie sich in alte Lumpen und darf sich vollkommen ausgelassen zeigen oder alle Tabus brechen, was sie sonst niemals tun würde. Dabei wird das Dorf, begeleitet von den Trommlern, Sängern und Kinder, mehrmals umrundet und alle feiern das freudige Ereignis mit. Zum Abschluss werden die alten Kleider unter einem Mangobaum auf dem Dorfplatz vergraben oder verbrannt. Dieser Baum wird oft Moribayassa genannt. 

Balakulanya:

Sehr alter Afrikanischer Tanz / Rhythmus aus der Malinke Tradition. Der Bala Kulandyan ist vergleichbar unserem Storch, ein langbeiniger Vogel der am Meer vom Fischfang lebt und für den Segen steht, der es bedeutet Kinder zu bekommen. Famadou Konate hat die Botschaft des Bala Kulandyan in folgende Worte gefasst : Ich fische um mich zu ernähren und ich fliege um mich fort zu bewegen. So verbinde ich die beiden Schöpfungen, das Meer, in dem ich meine Nahrung finde und den Himmel an dem ich fliege. Ich erteile euch den Rat : das wichtigste im Leben sind Kinder. Frauen, die keine Kinder bekommen, können mich um Hilfe bitten. Bringt mir hundert Dinge und ich werde euch helfen. Der Rhythmus bei vielen Festen gespielt, bei denen es um Kinderwunsch geht, so auch bei dem s.g. Seifenfest, dem Safina malö. Das Seifenfest findet 3 tage vor der eigentlichen Hochzeit statt und ist ein Tanzfest der Frauen, die für das Brautpaar bzw. für das sich hoffentlich bald einstellende Baby Geschenke wie z. B. Seifen, Handtücher, Kleidung, Bürsten, Cremes usw. bringen und damit den Kinderwunsch aktiv unterstützen.

Yankadi und Macru:

Afrikanischer Tanz / Rhythmus der Susu aus Guinea. Sie werden bei Festen für junge Frauen und Männer gespielt, um sich kennen zu lernen und sich zu verführen. Der Tanz beginnt mit dem langsamen Yankadi, mit weichen Windungen des Körpers. Die beiden Geschlechter stehen in Reihen gegenüber und tanzen langsam auseinander zu. Wenn ein junger Mann Gefallen an einer jungen Frau findet, legt er ihr einen bunten Schal als Zeichen seiner Liebe um. Das ist das Zeichen für den Wechsel. Die Reihen lösen sich auf und es wird individuell der wesentlich schnellere Rhythmus Macru mit vielen erotischen Bewegungen getanzt. Es wird während des Festes häufig zwischen den Rhythmen hin und her gewechselt und die Tänzer und Tänzerinnen kommen sich immer näher. So wurde schon so manche Ehe gestiftet.

Soli Lente und Soli Rapid:

Afrikanischer Tanz / Rhythmus der die Mädchen und Jungen der Malinke ins Erwachsenenalter begleitet , während sie in die Geheimnisse von Mann und frau eingeführt werden. Das Spielen der Rhythmen beginnt schon 3 Monate vor der Zeremonie und endete früher mit der umstrittenen Beschneidung. Er ist bis zum Abend der Zeremonie immer öfter zu hören. Bei der feierlichkeit tanzen die Mädchen und Jungen die ganze Nacht durch Der langsame 4/4 Soli Lente wird von den älteren Menschen getanzt, während die Jungen zu dem schnellen 12/8 Rhythmus sehr ausgelassen tanzen.

Sobonenkum:

Afrikanischer Tanz / Rhythmus wird für die Frauen gespielt, die ein neues Kind bekommen haben.

Djole:

Afrikanischer Tanz / Rhythmus von den Sussu. Er ist ein Maskentanz, der z.B. bei einem Dorffest zur Ernte oder Hochzeit gespielt wird. Kein Ritual-Rhythmus.

Hier gehts weiter zu den Workshops etc..

Hier habe ich angefangen Informationen zum afrikanischen Tanz zusammenzustellen - teils stammen sie aus Quellen im Internet wie Wikipedia, www.voodude.ch, www.geocities.com/bamaaya, www.tamana.de, www.djembe-forum.com etc., teils aus meinem eigenem Wissen - und ein wenig überarbeitet.